Dank

Ich habe viele schöne und erfolgreiche Momente erlebt. Sportlich gesehen sind das vier Deutsche Meisterschaften in der Freien Partie und im Cadre auf dem Turnierbillard. Zudem mit meinem Stammverein, dem BC Frintrop auch einen nationalen Titel im Mannschaftswettbewerb auf dem Turnierbillard. In der Bundesliga konnte ich mein Team vom DBC Bochum beim Erringen von einigen Deutschen Mannschaftsmeisterschaften auf dem Matchbillard unterstützen.

Die Erfolge sind nicht das Wichtigste beim Billardspiel. Es sind die besonderen Momente, wenn man alte Freunde wiedertrifft, es ist der Kampf mit ungewohntem Spielmaterial, es ist die Spannung im Wettkampf, es sind die neuen Bekanntschaften und noch viel mehr …

Was aber immer wieder erstaunlich ist, dass das Spiel nicht langweilig wird, obwohl man es schon so oft gespielt hat. Wenn man die Absicht hat, möglichst fehlerfrei zu spielen, hat man keine Möglichkeit an andere Dinge zu denken. Kommt man in eine Serie, stellt sich ein Flow-Zustand ein, in dem alles so einfach zu sein scheint. Wenn eine Partie in der ersten Aufnahme beendet wird, ist das ein wunderbares Erlebnis. Aber es gibt keine Garantien. Selbst wenn die Partie vorher fehlerfrei war, können auch finsteren Momente eintreten, in denen nichts gelingen will. Man muss sich eben immer am Riemen reißen, konsequent beim richtigen System bleibend und angstfrei spielen.

Als ich diese Seite geplant habe, war mir als erstes klar, welche drei Menschen ich hier besonders benennen und mit einem Dank versehen möchte. Es sind Norbert Witte, Uwe Matuszak und Fabian Blondeel. Diesen Trainern habe ich sehr viel zu verdanken.

Norbert Witte

Bildquelle: DBB-Zeitung von 1964

Nobbi war ein Spitzenspieler im Einband und Cadre in den 60er- und 70er Jahren mit fünf Deutschen Meisterschaften und Teilnahme an internationalen Meisterschaften. So nahm er auch an der Weltmeisterschaft in der Freien Partie 1964 in Vigo teil. Und das, obwohl er auf einem Auge in seiner Kindheit durch einen Unfall erblindete.
Durch Zufall war er in der Spielstätte des BC Frintrop zu Gast, als ich mit dem Spiel begann. Von dem Moment an haben wir gefühlt jede freie Minute zusammen verbracht. Nobbi war ein Allrounder, der in allen Spieldisziplinen extrem viel wusste. Uns verbindet eine tiefe Freundschaft und ich bin unendlich dankbar für die gemeinsame Zeit. Neben dem Training haben wir auch viel unternommen. Ich erinnere mich sehr gerne daran, als Rudi Horn in Zeiten des Kalten Kriegs mit Nobbi und mir nach Prag gefahren ist. Nobbi kannte einen Billardspieler, der uns einfach seine komplette Wohnung überlassen hatte. Im größten Billardsaal von Prag kannte jeder Mensch Norbert Witte. Die Zeit war sensationell.

Norbert lässt sich für diejenigen, die ihn nicht kennenlernen durften, so beschreiben: Unendlich geduldig, höflich, gesellig, zurückhaltend, fröhlich, intelligent, kettenrauchend (Roth-Händle) und trinkfest.

Nobbi starb 1992 im Alter von 59 Jahren an Lungenkrebs.

Uwe Matuszak

Uwe Matuszak

Uwe ist ein Pfundskerl, der viel von der Materie weiß. Er war Deutscher Meister im Einband und hat viel Zeit in die Lehre gesteckt. Zeitweise war er auch Bundestrainer der deutschen Billardfrauen.

In den ersten Wochen, in denen ich Billard gespielt habe, hat mich Uwe richtig vor das Billard gestellt und die Grundlage für einen vernünftigen Abstoß vermittelt. Er hat zu Zeiten, als Hamborn 68 mit Manni Getz, Kalle Gertzen, Klaus Strunz, Uwe Ritzkat und Klaus Hose in Hamborn in 6er-Mannschaften in der Bundesliga gespielt hat, für den Billardkreis Oberhausen immer sonntags das Jugendtraining durchgeführt. Dort fuhren wir voller Erwartung und leuchtenden Augen gemeinsam hin.

Schön ist es, dass er immer noch am Ball ist und wir häufiger in Wettbewerben gegeneinander spielen.

Danke Uwe!

Fabian Blondeel

Fabian Blondeel

Fabian ist ein Weltklassespieler in den technischen Billarddisziplinen. Er ist vielfacher Europameister und Mannschaftsweltmeister – ganz zu schweigen von vielen Deutschen Meisterschaften.

Irgendwann rief er mich an, ob ich nicht Interesse hätte, in Bochum auf dem Matchbillard zu spielen. In den Folgejahren habe ich von Fabian enorm viel im Training lernen dürfen. Er hat meinen Abstoß »kultiviert«, das Übertempo rausgenommen und unglaublich viel Feinschliff betrieben sowie Wissen vermittelt. Ich hätte nicht gedacht, dass man im fortgeschrittenen Lebensalter noch so viel dazu lernen kann. Ja, das ist möglich, aber man muss Geduld haben. Es dauert halt deutlich mehr als ein Jahr, bis sich dauerhaft die gewünschten Änderungen auswirken.

Wenn ich mittlerweile mit anderen Spielern trainiere, dann fast immer nach Fabians Methode: Immer zwei Punkte machen und dann spielt der andere mit dem gleichen Ball weiter. Bei besonderen Positionen, den Ball einzeichnen und mehrfach alle Varianten spielen.

Ich bedanke mich sehr, sehr herzlich für die Zeit lieber Fabian! Dank dir ist mir ein Licht aufgegangen.

Neben den Trainern sind natürlich die Trainingspartner, Gegenspieler und weitere Top-Spieler sehr wichtig. Wenn es die Zeit es zulässt, trainiere ich mit meinem guten Kumpel Ludger Havlik. Ab und zu auch mit Michael Woidowski, Jörg Ortmann (Goofy) oder spontan mit anderen Spielern.

Beim Zusehen kann man viel von Gegenspielern lernen. Erst recht von den Spitzenleuten, bei denen ich häufig zugesehen und nach Möglichkeit auch die Partie geleitet habe. In meinen Anfängen habe ich kein Spiel von Frédéric Caudron verpasst, als er für Horster Eck in der Bundesliga Cadre gespielt hat. In den letzten Jahren durfte ich mit Sam van Etten in einer Mannschaft spielen. Da habe ich alle Spiele als Schiedsrichter verfolgt, wann immer es möglich war.

Eine tiefe und langanhaltende Freundschaft verbindet mich mit Henny de Heus, mit dem ich schon über 25 Jahre zusammen in einer Mannschaft für den BC Frintrop spiele. So lange er noch spielen möchte, werde ich mit ihm zusammen in einer Mannschaft sein.

Früher habe ich auch selbst Billardtraining gegeben. Irgendwie werden die Jugendlichen immer weniger und auch meine zur Verfügung stehende Zeit ist durch die berufliche Belastung leider immer weiter geschrumpft.

Wenn ich mal spontan mit anderen Spielern trainiere, stelle ich oft fest, dass sie sich spielerisch verbessen möchten, aber nichts am Spiel bzw. Spielsystem ändern wollen. Und da beginnt das Grundproblem. Man muss aus der Komfortzone herauskommen und sich auf neue Dinge einlassen, sonst ist das Ganze sinnlos.

Wenn ich das Gefühl hätte, nichts mehr lernen zu können, würde ich mit dem Spiel aufhören.

Ein Dank geht auch an meine Niederländisch-Gruppe in der VHS Mülheim – besonders an Beatrix! Diese feine Truppe hat dafür gesorgt, dass mein Niederländisch mittlerweile brauchbar ist und man mich in den Niederlanden auch in der Landessprache anspricht.